Rollercoaster-Spiele: Glücksspiel mit System oder Spiel der Zufälle?
Rollercoaster-Spiele wie die auf volle details gehören zu den beliebtesten Formen des Glücksspiels in der Schweiz. Sie kombinieren die Spannung traditioneller Glücksspielautomaten mit der einzigartigen Optik und dem taktischen Spielgefühl von Kinospielautomaten. Doch hinter dem scheinbar harmlosen Unterhaltungswert verbirgt sich eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung, die seit Jahren die Debatten um Glücksspiel in der Schweiz dominiert. Während die Branche jährlich Milliardenumsätze generiert, stehen Fragen nach Suchtprävention und verantwortungsvollem Konsum im Vordergrund.
Die Schweizer Glücksspielbranche ist ein hochregulierter Markt, der durch das Bundesgesetz über das Glücksspiel (GlüG) und die kantonalen Sonderregelungen streng kontrolliert wird. Laut dem Schweizerischen Glücksspielkontrollrat (SGK) wurden im Jahr 2022 insgesamt 11,2 Milliarden Schweizer Franken an Glücksspielumsätzen in der Schweiz verbucht – davon entfielen rund 70 % auf Online-Spiele, darunter auch Rollercoaster-Spiele. Besonders anziehend sind diese Automaten für Spieler:innen, die gezielt nach bestimmten Zahlen oder Mustern suchen, statt nur auf das zu setzen, was rein zufällig erscheint. Diese Strategie macht sie attraktiv für Spieler mit höherem Spielverhalten.
Ein zentrales Thema ist die Suchtprävention. Studien des Schweizerischen Instituts für Suchtfragen (SIS) zeigen, dass etwa 15 % der Erwachsenen in der Schweiz mindestens einmal im Jahr an Glücksspiel abgeben. Bei Rollercoaster-Spielen liegt dieser Anteil sogar leicht höher, da die Spielmechaniken oft auf emotionale Auslöser wie Belohnungssysteme oder visuelle Anreize abgestimmt sind. Kantone wie Zürich oder Genf haben deshalb gezielt Kampagnen gestartet, die Spieler:innen über die Risiken informieren und auf verantwortungsvollen Konsum hinweisen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ist jedoch nicht zu unterschätzen. Laut dem Verband Schweizerischer Glücksspielanbieter (VSG) beschäftigen die Schweizer Glücksspielbetriebe rund 10 000 Menschen direkt und indirekt. Die Branche argumentiert, dass sie durch Steuereinnahmen und Arbeitsplätze einen positiven Beitrag zur Wirtschaft leistet. Gleichzeitig gibt es Kritik, dass die hohen Gewinne oft auf wenige Spieler:innen konzentriert sind, während die Mehrheit der Bevölkerung kaum profitiert.
Ein besonderes Phänomen sind die sogenannten „Rollercoaster-Spieler:innen“, die gezielt nach bestimmten Zahlen suchen und dabei oft hohe Einsätze tätigen. Diese Strategie kann besonders riskant sein, da sie die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Spieler:innen in eine Spirale aus hohen Verlusten geraten. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Zürich (UKZ) steigt das Risiko für pathologisches Glücksspiel bei solchen Spielern:innen um bis zu 40 %. Die Branche selbst betont, dass die Automaten mit einem Mindestspielwert von 0,10 Franken pro Spiel ausgestattet sind, um die Attraktivität für Kinder und Jugendliche zu begrenzen.
Die Zukunft des Rollerspiels in der Schweiz wird voraussichtlich von weiteren Regulierungsanpassungen abhängen. Der Bundesrat hat bereits angekündigt, die Glücksspielgesetze bis 2025 zu überarbeiten, um den Schutz der Spieler:innen zu stärken. Bis dahin bleibt es eine spannende Frage, ob die Schweizer Gesellschaft den Kompromiss zwischen wirtschaftlichem Interesse und gesellschaftlicher Verantwortung finden kann.
- Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz insgesamt 11,2 Milliarden Franken an Glücksspielumsätzen generiert, davon 70 % Online-Spiele.
- Laut SIS spielen etwa 15 % der Erwachsenen in der Schweiz mindestens einmal im Jahr an Glücksspiel – bei Rollercoaster-Spielen liegt der Anteil leicht höher.
- Die Branche beschäftigt direkt und indirekt rund 10 000 Menschen in der Schweiz.
- Rollercoaster-Spiele haben eine höhere Suchtpräventionsrate als klassische Glücksspielautomaten, da sie gezielte Suchstrategien fördern.
- Die Mindestspielwerte auf Rollerspielautomaten betragen 0,10 Franken pro Spiel, um Kinder und Jugendliche zu schützen.